Kapelle des Hl. Petrus

Kapelle des heiligen Petrus

Zwischen den Jahren 1935 und 1938 wurden wichtige Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten an der Maria-Hilf-Basilika durchgeführt. Schon seit längerer Zeit hatten die salesianischen Obern den Wunsch geäußert, diese Aufgabe zu verwirklichen, um der Basilika mehr Majestät und Glanz zu verleihen, aber vor allen Dingen das Ereignis der Heiligsprechung Don Boscos, die schon sehnlichst erwartet wurde und am 01. April 1934 erfolgte, zu würdigen. Es versteht sich, dass die Urne mit den sterblichen Überresten Don Boscos in die renovierte Kirche übertragen würde. Aber wohin?
Im zentralen Teil des Heiligtums, in einem Bereich in Form einer Kapelle, auf der rechten Seite, wenn man durch das Hauptportal eintritt, hatte Don Bosco einen Altar errichten lassen, der dem hl. Petrus geweiht war, überragt von einem vier Meter hohen Gemälde, das den Apostelfürsten darstellt, während er von Jesus die Schlüsselgewalt überreicht bekam. Unser Vater Don Bosco pflegte mit Vorliebe die hl. Messe an diesem Altar zu feiern, um seine große Liebe zum hl. Petrus und seine Verehrung für den Papst zu bezeugen.
Die salesianischen Obern opferten mit Bedauern diesen Altar und ließen an seiner Stelle einen anderen errichten, grandios und in monumentalen Linien, an dem dann der Sarkophag unseres Heiligen seinen Platz fand.
Aber man wollte gleichzeitig  nicht den Wert der alten Erinnerungsstücke verlieren. In einem Raum, der durch die Verlängerung der Krypta des Heiligtums gewonnen wurde, genauer gesagt, unter der jetzigen Sakristei, erhob sich eine nette kleine Kirche, die auf Grund des Altares aus der Basilika, der hier einen neuen Standort fand, sofort „Kapelle des hl. Petrus“ genannt wurde.
An den Seiten des Altares erhoben sich vier Marmorsäulen, die Don Rua, der Nachfolger Don Boscos, während der ersten Restaurierung des Heiligtums (1891 – 1893) an der Seite des großen Maria-Hilf-Bildes anbringen lassen hätte wollen, um die Schönheit besser zur Geltung zu bringen. Die Wände des kleinen Presbyteriums sind von einer Reihe von Marmorböigen geschmückt, die seit 1891 im Heiligtum zur Schau standen, gleichsam unter dem großen Gemälde zum Schutz der Ikone der Jungfrau. Die neue kleine Kirche wurde für einige Jahre von den Salesianern des Mutterhauses für ihre gemeinschaftlichen Gebete benützt. Sie hatte in der Folgezeit andere Gebrauchsbestimmungen bis sie schließlich leider in Vergessenheit geriet. Anlässlich dieses Heiligen Jahres und der Ausstellung des Grabtuches Christi, haben wir beschlossen, sie zu ihrer anfänglichen Schönheit zurückzuführen, indem wir das alte Gemälde, welches 60 Jahre lang für die Öffentlichkeit verborgen war, auf der Wand im Hintergrund der Kapelle zur Schau stellten.
Am Abend des vergangenen 25. Septembers, in Anwesenheit der Salesianer von Valdocco und des Provinzials Don Luigi Testa betete man eine feierliche Vesper und segnete den Altar (Der Altar wurde ursprünglich am 9. Juni 1868 konsekriert, am selben Tag, an dem auch das Heiligtum vom damaligen Erzbischof von Turin, Monsignore Riccardi di Netro konsekriert wurde), womit die Kapelle feierlich für den Kult wiedereröffnet wurde, ein Ort, der uns durch viele Besonderheiten in die glorreiche Geschichte unserer Anfänge zurückführt. (Don Luigi Basset, Rektor, 2000)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *