Die Reliquien-Kapelle – Die Krypta

Wenn man zum Haupteingang hereinkommt und sich nach rechts wendet, führt eine Treppe in die Krypta oder in die „Reliquien-Kapelle”. Wie ein einziges Schiff in Form eines lateinischen Kreuzes angelegt, erinnert sie durch die schmückenden Motive und Symbole an die christlichen Katakomben. Ferner sind zahlreiche Reliquien von Märtyrern und Heiligen hier aufbewahrt. Ein wirklicher Edelstein in dieser Kapelle ist eine Reliquie aus Holz des Heiligen Kreuzes, aufbewahrt in einem Reliquiar auf dem Hintergrund aus Alabaster. Ein weiterer bedeutender Ort ist die kleine Kapelle, die der Jungfrau Maria geweiht ist und umgangssprachlich,Erscheinungskapelle”
genannt wird, zurückzuführen auf den Traum Don Boscos aus dem Jahr 1845, den Don Bosco folgendermaßen schilderte: „ Es schien mir, als befände ich mich in einer großen Ebene, die voll von einer unermeßlichen Zahl von Jugendlichen war. Ich sah mich an der Seite einer vornehmen Frau, die mir sagte:
„ An diesem Ort, wo die glorreichen Märtyrer von Turin, Avventore, Solutore und Ottavio ihr Martyrium erlitten, auf diesen Erdschollen, die getränkt und geheiligt wurden von ihrem Blut, will ich, daß Gott in einer ganz besonderen Weise verehrt wird.
Indem sie dies so sagte, setzte sie einen Fuß vor und stellte ihn auf den Ort, wo das Martyrium stattgefunden hatte und zeigte ihn mir mit Genauigkeit”. Dieser Ort ist auf dem Fußboden durch ein vergoldetes Metallkreuz gekennzeichnet.

In zwei Altären sind die sterblichen Überreste des seligen Don Michael Rua, des ersten Nachfolgers Don Boscos, und des seligen Philipp Rinaldi aufbewahrt.

DER SELIGE MICHELE RUA

Michael Rua war in der Nähe von Turin-Valdocco geboren. Im Alter von acht Jahren traf er Don Bosco und bat ihn um ein Bildchen. Der Heilige täuschte vor, die Hand zu zerschneiden und sagte während dessen zu dem Jungen: „Nimm, kleiner Michael, nimm: wir beide werden immer miteinander teilen”. Er hatte es richtig gesehen: Don Rua wird der treueste Mitarbeiter sein und sein erster Nachfolger in der Leitung der Salesianer. Er war ein unermüdlicher Arbeiter und ein genialer Organisator der jungen salesianischen Gesellschaft. Don Bosco sagte über ihn:  „Wenn ich zehn Don Ruas hätte, würde ich an die Eroberung der Welt gehen”. Und noch einmal:
„WENN DON RUA WOLLTE, KÖNNTE ER WUNDER VOLLBRINGEN.
Wenn ich einen Punkt aufzeigen wollte, wo ich bei ihm die Tugenden nicht in perfektem Maße wahrnehmen könnte, ich könnte es nicht, weil ich keinen Punkt finden würde”. Ein großer Arbeiter und ein großer Heiliger, geradeso wie Don Bosco. Er wurde am 29. Oktober 1972 von Papst Paul VI. selig gesprochen.

DER SELIGE FILIPPO RINALDI

Der selige PHILIPP RINALDI (1856/1931), dritter Nachfolger Don Boscos in der Leitung der salesianischen Gesellschaft… Wie Michael Rua kannte Philipp Rinaldi Don Bosco schon seit seiner Kindheit. Er ließ sich aber erst im Alter von 21 Jahren von ihm erobern. Don Rinaldi wird als der wahre Gründer des salesianischen Werkes in Spanien und in Portugal angesehen. Er war der geniale Gründer (in jenen Zeiten) des florierenden Sekularinstitutes der VOLONTARIE DON BOSCO (VDB). Ein Mensch von tiefer Frömmigkeit, innerlichem Leben und einer kindlichen Verehrung Marias, der Helferin der Christen. Er wurde am 29. April 1990 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Ein geistlicher Gedanke, den er an seine Töchter, die VDB schrieb: Ihr, was müßt ihr tun, um lebendig zu sein? Vor allen Dingen betet darum, daß ihr jeden Tag Mut faßt und euer Kreuz tragen könnt, das euch der Herr zugedacht hat, das ist die erste Sache, die ihr tun sollt. Ferner sollte jede von euch ihre Aufgaben gut erledigen, wie sie eurem Stand eigen sind, wie Gott sie will, unter euren Bedingungen und somit gemäß dem Geist des Herrn und Don Boscos”.

In der Krypta werden auch Gegenstände aufbewahrt, die den ersten salesianischen Märtyrern, Monsignore Alois Versiglia und Don Callistus Caravario gehörten und die beide Schüler im Mutterhaus von Turin Valdocco waren (Alois Versiglia kannte auch Don Bosco). Die ersten Salesianermärtyrer :

Mons. LUIGI VERSIGLIA
und D. CALLISTO CARAVARIO

Als Zwölfjähriger kam er als Schüler nach Turin-Valdocco, keineswegs, um Priester zu werden. Aber die Gnade Gottes, sein Umfeld, erfüllt von Religiosität und missionarischer Begeisterung und natürlich der Zauber und die Heiligkeit Don Boscos in den letzten Jahren seines Lebens, formten die Seele des Jungen. Von diesem Heiligen der Jugend hörte er eines Tages: „Komm, damit wir uns treffen, ich habe dir etwas zu sagen.” Das Treffen kam durch den Tod Don Boscos nicht zustande. Aber er wurde dennoch für ihn gewonnen, und so bat er am Ende seiner Studien einfach „bei Don Bosco zu bleiben” und er ließ in sich die geheime Hoffnung wachsen, eines Tages Missionar zu werden. Er absolvierte das Studium der Philosophie und Theologie in Rom, gleichzeitig aber übte er eine bedeutsame pastorale Tätigkeit im Oratorium von „Sacro Cuore” bei der Stazione Termini in Rom aus. Er wurde Lehrer und Begleiter der Novizen in Foglizzo bei Torino. Er bemühte sich stets erfolgreich um die Persönlichkeitsbildung, war ein herzlicher und guter Freund aller. Mit 33 Jahren reiste er als Leiter einer kleinen Gruppen von Salesianern nach China. 1920 wurde er zum Bischof geweiht und zum Apostolischen Vikar von Schiu Chow in China ernannt.

Hier weihte Mons. Versiglia den Salesianer   Callisto Caravari zum Priester. Dieser wurde in Cuorgnè bei Turin geboren. Auch er studierte in Turin-Valdocco. 1922 begegnete er dort Mons. Versiglia und versprach ihm: „Ich folge Ihnen nach China.Und so geschah es auch… Am 23. Februar 1930 brachen sie gemeinsam für eine lange apostolische Reise auf. Jedoch bereits zwei Tage später fanden sie gemeinsam den Tod durch kommunistische Banditen. Sie wurden umgebracht, weil sie katholische Missionare waren, die das Evangelium Jesu Christi predigten, aber auch, weil sie einige junge Katechistinnen verteidigten, die mit ihnen reisten und die die Banditen entführen wollten. Diese beiden salesianischen Märtyrer starben nicht nur wegen ihres Glaubens an Jesus Christus sondern auch weil sie die „Würde des Menschen” verteidigt hatten. Papst Johannes Paul II. sprach sie in Rom am 1. Oktober im Jubiläumsjahr 2000 heilig. Ihr Fest wird am 13. November gefeiert.

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